Nichtformulierte Initiative

Vermeidung von unnötigen Lichtemissionen

Heinz Schiltknecht:

Think global, act local - denke global – handle lokal

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Es vergeht kein Tag an dem in den Medien nicht von Klimaerwärmung oder der zukünftigen Energielücke geschrieben oder gesprochen wird.

 

Jetzt führt die Sozialdemokratische Partei Pratteln eine Unterschriftensammlung für eine Initiative zur „Vermeidung von unnötigen Lichtemissionen“ durch. Was haben die eingangs erwähnte Klimaerwärmung und Energielücke mit dieser Initiative zu tun? Auf den ersten Blick nichts, in Tat und Wahrheit aber sehr viel. Warum?

 

Jede Lampe die nachts brennt und deren Licht nicht gebraucht wird, verbraucht unnötig Strom. Dieser Energieverschwendung könnte ganz einfach Einhalt geboten werden in dem man diese Lampe abstellt. Die Lampe abstellen, heisst wir sparen in der Nacht Strom. Woher kommt in der Nacht der Strom? Aus Kraftwerken die man rund um die Uhr laufen lassen muss, also aus Kohlekraftwerken oder aus Kernkraftwerken. Die Kohlekraftwerke produzieren Unmengen des schädlichen Treibhausgas Co2. Es ist doch einfacher die unnützen Lampen abzustellen als zusätzlich Co2 in Luft zu lassen. Die andere Alternative ist den Strom aus Atomkraftwerken zu beziehen. Hat sich die regionale Bevölkerung nicht erfolgreich gegen den Bau eines Atomkraftwerkes gewehrt? Auch hier gilt, die unnütze Lampe abstellen ist eine bessere Option als ein zusätzliches Kernkraftwerk.

 

Jetzt brennen auf der ganzen Welt Millionen von unnützen Lampen – dieses globale Problem können wir Prattler nicht lösen. Wir können aber lokal etwas gegen diese riesige Energieverschwendung tun – und das wollen wir mit unserer Nichtformulierte Initiative: „Vermeidung von unnötigen Lichtemissionen“.

 

Es wurde gezeigt, dass unnötiges Kunstlicht zu einer Energieverschwendung führt. Jetzt wollen wir aufzeigen, welche Auswirkungen dieses überflüssige Licht auf Mensch, Tier und die Fauna hat.

 

Zuviel an Licht beeinflusst den Hormonspiegel und die Körpertemperatur beim Menschen, denn der Rhythmus von hell und dunkel synchronisiert die innere Uhr und damit den Schlaf- und Wachzyklus. Der heutige Mensch hat am Tag zu wenig, in der Nacht zu viel Licht. Dadurch tendiert die innere Uhr dazu, die Ruhephase und damit das Einschlafen auf später zu verschieben. Die Folgen sind ähnlich wie bei einem Jetlag. Es liegen zudem erste Hinweise vor, dass mit der Störung der inneren Uhr auch der Zyklus der Zellvermehrung beeinträchtigt wird.

 

Gemäss den „Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen“ des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) ist in besiedelten Gebieten durch Blendungen und Aufhellung eine Zunahme der Störung von Menschen feststellbar.

 

Das künstliche Licht hat auch negative Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere. Vögel, die sich an den Sternen orientieren, verirren sind im Lichtermeer der Stadt. Pflanzen blühen früher als in der Natur üblich, und können so dem Frost zum Opfer fallen.

 

Ohne einen einzig Arbeitsplatz zu gefährden und ohne Komforteinbusse für jeden einzelnen von uns, können wir etwas dagegen tun: Warum nicht in der Nacht – wo es niemanden stört - das Licht ausschalten? Sie schützen so Fauna und Flora.

 

Haben Sie gewusst, dass 2005 die Beleuchtung in Haushalten und Nicht-Haushalten (Büro, Läden, Industrie…) mehr als 13% des gesamten Stromverbrauches der Schweiz beansprucht haben (Angaben der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz S.A.F.E.)? Mehr als 40% dieses Verbrauches könnte eingespart werden, wenn konventionellen Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzt würden. Das entspricht beinahe der Jahresproduktion des Atomkraftwerks Mühleberg. Also wenn global gespart wird, lohnte es sich.

 

Wenn man zusätzlich noch in der ganzen Schweiz unsere Initiative umsetzten würde, käme nochmals ein ganz erhebliche Sparpotential dazu mit gleichzeitigem, nicht bezifferbarem Nutzen für Mensch, Tier und Pflanzenwelt. Als kann – ohne irgendwelche Einbussen - ein ganzes Atomkraftwerk gespart werden. Man muss nur wollen!

 

Zur ganzen Schweiz haben wir nur wenig zu sagen. Wir können nur lokal handeln. Die kleine Tessinergemeinde Coldrerio hat es als erste Gemeinde vorgemacht. Pratteln kann daher Vorreiter in der deutschsprachigen Schweiz werden und als zweite Gemeinde der Schweiz gezielt etwas gegen die unnötige Lichtverschmutzung machen.

 

Es kostet Sie nichts, Sie haben keine Komforteinbussen, Sie riskieren keine Arbeitsplätze, Sie helfen einfach mit, Strom zu sparen und retten damit vielen Tieren das Leben.

 

Unterschreiben Sie unsere Initiative.

 

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